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Wintersport

Neue Biathlon-Regel 2026/27 einfach erklärt: Wann das Gewehr von der Schulter darf

Ab dem Weltcup-Start in Kontiolahti darf das Gewehr erst auf der Matte von der Schulter. Was sich ändert, welche Strafe droht und warum Tandrevold sich eine Falle gestellt hat.

Biathletin beim Liegendschießen auf der Matte am Schießstand
Elvira Öberg beim Liegendschießen, IBU-Weltcup Oberhof 2025. Foto: Steffen Prößdorf / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ab dem Weltcup-Auftakt am 26. November 2026 in Kontiolahti gilt am Schießstand eine neue Reihenfolge: Das Gewehr darf erst von der Schulter, wenn du komplett auf der Matte stehst – und es muss mit beiden Gurten wieder auf dem Rücken sitzen, bevor du die Matte verlässt. Wer zu früh absetzt, riskiert die Disqualifikation.

Der Weltverband hat die „Klarstellung zum Abnehmen und Schultern des Gewehrs“ beim Treffen seines Exekutivkomitees im Juli bestätigt, so die IBU. Wie die Regel im Detail aussieht und welche Folgen drohen, beschreiben Merkur und Eurosport.

Was bisher erlaubt war – und was jetzt gilt

Bisher durften die Athletinnen und Athleten schon beim Anlaufen den Unterarm unter den Gewehrriemen schieben. Auf der Matte war das Gewehr dann in einem Zug unten. Diese Abkürzung fällt weg. So läuft der Ablauf ab dieser Saison:

  1. Fahr mit dem Gewehr auf dem Rücken bis auf die Matte – beide Gurte bleiben auf den Schultern.
  2. Erst auf der Matte: Gewehr abnehmen und die Verschlusskappe öffnen.
  3. Schießen, entladen.
  4. Gewehr wieder schultern, beide Gurte sitzen – erst dann zurück auf die Strecke.

Ausgang heißt also: dieselben Schritte in umgekehrter Reihenfolge.

Welche Strafe droht?

Zwei Stufen. Wer die Matte verlässt, bevor das Gewehr korrekt sitzt, muss umdrehen und zurück auf die Matte – das kostet Sekunden, aber nicht das Rennen. Wer das Gewehr vor dem Erreichen der Matte abnimmt, dem droht laut Merkur eine Disqualifikation. Was ein DSQ im Ergebnis bedeutet, steht in unserer Übersicht DNS, DNF und DSQ im Wintersport.

Warum gerade die Norweger klagen

Ingrid Landmark Tandrevold, 30 Jahre alt und eine der wenigen Linksschützinnen im Weltcup, führt ihre Stöcke beim Anlaufen normalerweise unter dem Tragegurt hindurch. Mit der neuen Reihenfolge funktioniert das nicht mehr. Ihr Fazit gegenüber dem NRK, zitiert von Eurosport: „Ich habe mir selbst eine Falle gestellt.“

Massenstart-Olympiasieger Johannes Dale-Skjevdal findet, die Änderung sei plötzlich gekommen und reihe sich in eine Serie neuer IBU-Sicherheitsregeln ein. Martin Uldal sorgt sich, unter Stress in alte Gewohnheiten zu fallen.

Wie oft die Regel pro Rennen greift

Jede Schießeinlage bedeutet zwei kritische Momente: Ankommen und Abfahren. Daraus ergibt sich unsere Zählung:

Format Schießeinlagen pro Athlet Matten-Momente mit neuer Regel
Einzel 4 8
Sprint 2 4
Verfolgung 4 8
Massenstart 4 8
Staffel (pro Läufer) 2 4

Was eine verlorene Sekunde wert ist, haben wir mit dem Pace-Rechner geprüft: Wer 10 km in 24:00 Minuten läuft, ist mit 25 km/h unterwegs – das sind knapp 7 Meter pro Sekunde. Kostet der neue Ablauf im Einzel nur eine Sekunde pro Matten-Moment, summiert sich das auf 8 Sekunden oder rund 56 Meter. Das ist eine Rechnung mit angenommenen Werten, keine Messung – aber sie zeigt, warum Profis jede Zehntel trainieren.

Typischer Fehler – und dein Check fürs Zuschauen

Der typische Fehler ist der Reflex: Der Arm geht schon im Einlaufen Richtung Riemen. Achte beim Weltcup-Start darauf, ob Athleten auf der Matte kurz stocken – genau dort sitzt die Umstellung. Die Einzel eröffnen die Saison: Herren über 20 km am 26. November, Damen über 15 km am 27. November. Alle Stationen bis zum Finale in Oslo findest du in unserem Biathlon-Kalender 2026/27, die Grundregeln von Strafrunde bis Strafminute unter Biathlon von A bis Z.

Foto: Elvira Öberg beim Liegendschießen, IBU-Weltcup Oberhof 2025. Steffen Prößdorf / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, commons.wikimedia.org.

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