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Fußball

Roger Schmidt besucht RB Leipzig: Warum er nicht Demichelis’ Trainerjob übernimmt

Roger Schmidt besucht erstmals RB Leipzig als Red Bulls globaler Fußballchef. Seine Aufgaben, die Rolle von Martin Demichelis und die nächsten Termine.

Roger Schmidt bei einer Pressekonferenz des FC Salzburg im Jahr 2012
Roger Schmidt im Jahr 2012. Archivfoto: Werner100359 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Roger Schmidt hat RB Leipzig am Donnerstag erstmals in seiner neuen Funktion besucht. Der seit dem 1. Oktober amtierende Head of Global Soccer von Red Bull führte Gespräche mit der Klubführung, sah sich die Nachwuchsarbeit an und beobachtete das Training der Profis unter Cheftrainer Martin Demichelis. Das berichtet die BILD am 8. Oktober. Der Besuch war damit ein sichtbarer Teil seines Amtsstarts, aber kein Trainerwechsel.

Wie die Redaktion von kicksider.de einordnet, ist für die Bewertung vor allem die Zuständigkeit entscheidend: Schmidt ist nicht der neue Cheftrainer von RB Leipzig. Seine Aufgabe liegt über dem Tagesgeschäft einer einzelnen Mannschaft. Reuters und die Bundesliga hatten bei seiner Berufung übereinstimmend berichtet, dass der 59-Jährige die globale Fußballstrategie im Red-Bull-Netzwerk verantwortet.

Archivfoto (1. Juli 2012): Roger Schmidt beim FC Salzburg. Foto: Werner100359 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Bildausschnitt; kein Foto des aktuellen Leipzig-Besuchs.

Welche Rolle Roger Schmidt bei RB Leipzig wirklich hat

Als Head of Global Soccer soll Schmidt die sportliche Entwicklung mehrerer Red-Bull-Klubs koordinieren. Dazu gehören nach den Berichten zur Ernennung vor allem strategische Leitlinien, die Trainerentwicklung, Scouting- und Transferprozesse sowie der Austausch von Talenten. Sein Einfluss ist langfristig und strukturell angelegt; Aufstellung, Trainingssteuerung und unmittelbare Spielvorbereitung bleiben Aufgaben des Leipziger Trainerteams.

Diese Trennung erklärt, warum Schmidt beim Training zusah und anschließend die Mitarbeiter in einer internen Runde ansprach, ohne selbst die Einheit zu leiten. Nach dem aktuellen Bericht sagte er, er freue sich darauf, Kollegen und Trainer zu unterstützen und seine Erfahrung einzubringen. Das passt zu seiner Vita: Schmidt arbeitete bereits als Trainer in Salzburg und Leverkusen, später unter anderem in China, Eindhoven und Lissabon. Seine neue Position ist jedoch erstmals ausdrücklich eine übergreifende Management- und Beratungsrolle.

Damit übernimmt Schmidt funktional einen Teil jener globalen Aufgaben, die zuvor Jürgen Klopp innehatte. Die Personalie soll Kontinuität in der Red-Bull-Fußballstrategie sichern, ohne dass daraus automatisch Eingriffe in jede einzelne sportliche Entscheidung folgen. Gerade bei RB Leipzig wird künftig deshalb wichtig sein, zwischen strategischer Beratung und operativer Verantwortung zu unterscheiden.

Was der Besuch für Martin Demichelis bedeutet

Der Besuch fällt in eine Phase, in der jede Begegnung zwischen einem globalen Sportchef und einem Klubtrainer schnell als Personalprüfung gelesen wird. Für eine solche Zuspitzung gibt es derzeit aber keinen belastbaren Beleg. Laut BILD hatte Schmidt die Verpflichtung von Demichelis bereits vor seinem offiziellen Amtsantritt unterstützt. Zugleich berichtet das Blatt, dass intern aktuell kein Szenario einer vorzeitigen Trennung diskutiert werde.

Eine öffentliche Jobgarantie ist das dennoch nicht. Im Profifußball bleiben Ergebnisse, Entwicklung und die Zusammenarbeit mit der sportlichen Leitung maßgeblich. Die sauberste Einordnung lautet daher: Der Besuch stärkt zunächst den direkten Austausch zwischen Schmidt, Demichelis und der Klubführung. Er belegt keine bevorstehende Trainerentscheidung – weder eine Ablösung noch eine langfristige Zusage.

Für Demichelis bleibt der nächste sportliche Prüfstein das Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstagabend. Danach folgt am Dienstag das europäische Heimspiel gegen PSV Eindhoven. Die von BILD genannten Termine geben Schmidt zudem zwei Gelegenheiten, die Abläufe rund um die Profimannschaft aus nächster Nähe kennenzulernen.

Was als Nächstes folgt

Nach dem internen Auftakt ist nun der erste öffentliche Auftritt geplant. Schmidt soll am Samstag im ZDF-Sportstudio zu Gast sein. Dort dürfte es vor allem um die Abgrenzung seiner Zuständigkeit, die Zusammenarbeit mit den einzelnen Klubs und die Ziele des Netzwerks gehen. Sein erstes Leipziger Stadionerlebnis in der neuen Funktion ist für das Spiel gegen PSV vorgesehen, sofern sich an der Planung nichts ändert.

Für Fans ist die wichtigste Konsequenz kurzfristig unspektakulär, aber klar: Martin Demichelis bereitet die Mannschaft weiter als Cheftrainer vor. Schmidt beobachtet, berät und setzt übergeordnete Impulse. Erst konkrete Entscheidungen bei Kaderplanung, Trainerentwicklung oder Klubstrategie werden zeigen, wie groß sein praktischer Einfluss in Leipzig tatsächlich wird. Der erste Besuch war ein Arbeitsauftakt, kein Trainercasting.

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