Braunschweig schlägt Hannover 2:0: Marie und Sturm entscheiden das Derby
Eintracht Braunschweig gewinnt das 185. Niedersachsen-Derby 2:0. Marie trifft früh, Sturm spät; Hannover bleibt auch im dritten Spiel unter Wagner sieglos.

Eintracht Braunschweig hat Hannover 96 im 185. Niedersachsen-Derby mit 2:0 besiegt. Max Marie traf in der 17. Minute, Yann Sturm entschied die Partie in der Nachspielzeit. Der Erfolg war mehr als ein prestigeträchtiger Heimsieg: Braunschweig zog am neunten Spieltag der 2. Bundesliga in der Tabelle am Rivalen vorbei.
Wie die Redaktion von kicksider.de nach Auswertung der beiden Vereinsberichte festhält, hatte das Spiel zwei deutlich verschiedene Phasen. Braunschweig war vor der Pause wacher und effizienter, Hannover erhöhte nach dem Seitenwechsel den Druck. Der Ausgleich fiel trotzdem nicht, weil die Gäste ihre klarste Phase nicht in ein Tor ummünzten und die Eintracht ihren knappen Vorsprung verteidigte.
Max Marie nutzt den ersten entscheidenden Fehler
Die erste nennenswerte Chance führte direkt zur Führung. Junior Zé schloss kraftvoll ab, Hannovers Torwart Leo Weinkauf konnte den Ball nur nach vorn abwehren. Marie reagierte schneller als die Abwehr und traf zum 1:0. Max Marie erzielte das 1:0 in der 17. Minute – ein Treffer, der den Gastgebern erlaubte, das Risiko anschließend besser zu dosieren.
Hannover fand vor der Pause kaum Wege hinter die Braunschweiger letzte Linie. Trainer Sandro Wagner reagierte zur Halbzeit mit zwei Wechseln: Franz Roggow und Hayate Matsuda kamen für Waniss Taibi und Kolja Oudenne. Der Ansatz veränderte den Spielverlauf. Benjamin Källman vergab kurz nach Wiederbeginn eine Möglichkeit, Stefan Thordarson zwang Ron-Thorben Hoffmann später zu einer starken Parade und köpfte wenige Minuten danach über das Tor.
Hoffmann muss raus, Braunschweig verteidigt die Druckphase
Die heikelste Szene für die Eintracht entstand in der 62. Minute. Källman kam innerhalb weniger Sekunden zweimal zum Abschluss, Hoffmann parierte beide Versuche. Beim zweiten Ball wurde der Braunschweiger Torwart jedoch am Kopf getroffen und musste benommen ausgewechselt werden. Benjamin Uphoff übernahm. Ron-Thorben Hoffmann konnte die Partie nicht fortsetzen; eine belastbare Diagnose lag in den unmittelbar nach Abpfiff veröffentlichten Berichten noch nicht vor.
Dieser Hinweis ist wichtig, weil der Wechsel nicht als taktische Entscheidung missverstanden werden darf. Gleichzeitig änderte er nichts am Grundmuster der Schlussphase: Hannover hatte mehr Ballbesitz und mehrere Anläufe, kam aber nur selten sauber in eine Abschlussposition. Braunschweig stand enger, akzeptierte längere Phasen ohne Ball und suchte Konter.
Dass Hannover unter Wagner erneut ohne Sieg blieb, knüpft an das misslungene Pflichtspieldebüt an. Damals verlor 96 0:3 beim 1. FC Magdeburg. Der Vergleich zeigt allerdings auch einen Unterschied: In Braunschweig steigerte sich Hannover nach der Pause, während die Mannschaft in Magdeburg früh die Kontrolle verlor.
Yann Sturm macht in der Nachspielzeit alles klar
Als Hannover auf den Ausgleich drängte, nutzte Braunschweig den freien Raum. Marie behauptete den Ball, Samuele Di Benedetto legte für Sturm auf und der Angreifer traf mit links ins rechte untere Eck. Yann Sturm erzielte das 2:0 in der 90.+2 Minute. Wegen einer längeren Unterbrechung wurde danach noch deutlich länger gespielt; Thordarson vergab in der 90.+16 Minute die letzte Chance auf den Anschlusstreffer.
Braunschweig zog in der Tabelle an Hannover vorbei. Das ist die klarste sportliche Folge des Derbys, sollte aber nach neun Spieltagen nicht überinterpretiert werden. Beide Teams waren aus dem unteren Tabellendrittel in die Begegnung gegangen. Für die Eintracht bietet der Sieg kurzfristig Luft, für Hannover erhöht er vor dem DFB-Pokalspiel gegen Kaiserslautern am Mittwoch den Druck.
Die beiden offiziellen Vereinsberichte stimmen bei Ergebnis, Torschützen, Minuten und Spielverlauf überein, nennen aber unterschiedliche Zuschauerzahlen: Eintracht Braunschweig führt 22.173 an, Hannover 96 spricht von 24.000. Deshalb übernimmt dieser Artikel bewusst keine einzelne Zahl als gesichert. Die Abweichung ändert nichts am sportlichen Ergebnis, zeigt aber, warum selbst scheinbar einfache Rahmendaten gegengeprüft werden sollten.
Für Braunschweig war es zugleich ein Ergebnis, das sich deutlich von der 0:4-Niederlage im Test gegen Frankfurt Anfang Oktober unterscheidet. Die damalige Partie wurde bei kicksider.de unter dem Blickwinkel von Kaderrollen und Einzelspielern eingeordnet. Das Derby lieferte nun den wichtigeren Wettbewerbsmaßstab: frühe Effizienz, Widerstand in der gegnerischen Druckphase und eine konsequent ausgespielte Entscheidung.
Bildnachweis: Eintracht-Stadion in Braunschweig, Archivaufnahme vom 26. März 2016; das Foto zeigt nicht das Derby vom 25. Oktober 2026. Foto: TeWeBs / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Bearbeitung: mittiger 16:9-Ausschnitt, Skalierung und JPEG-Optimierung.
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