Nach Foul an Juri Knorr: EHF bestätigt Sperre gegen Jovica Nikolić
Die EHF bestätigt die Zwei-Spiele-Sperre gegen Jovica Nikolić nach dem Foul an Juri Knorr. Das bedeutet der Beschluss für Zagreb.

Die EHF-Berufungsinstanz hat die Zwei-Spiele-Sperre gegen Jovica Nikolić bestätigt. Wie die Redaktion von kicksider.de anhand der am Montag veröffentlichten Verbandsentscheidung nachvollzogen hat, bleibt die Sanktion wegen des Fouls an Deutschlands Nationalspieler Juri Knorr bestehen. Der Rückraumspieler des HC Zagreb fehlt damit sicher im Champions-League-Spiel gegen RK Celje Pivovarna Laško am Mittwoch, 28. Oktober 2026.
Der Beschluss betrifft die Szene aus dem Duell Aalborg Håndbold gegen HC Zagreb vom 14. Oktober. Nikolić wurde nach Angaben der EHF in der Spielzeit 45:25 direkt disqualifiziert. Das erstinstanzliche Gericht wertete die Aktion als besonders schwer und äußerst gefährlich; die Berufungsinstanz bestätigte nun die daraus folgende Sperre. Damit ist die ursprünglich verhängte Strafe von zwei EHF-Vereinsspielen nicht reduziert worden.
Was die bestätigte Sperre für HC Zagreb bedeutet
Die erste Instanz hatte Nikolić für die Begegnungen mit Paris Saint-Germain am 21. Oktober und mit Celje am 28. Oktober gesperrt. Nach der heutigen Entscheidung bleibt vor allem die zweite konkrete Folge unverändert: Gegen Celje darf Nikolić nicht eingesetzt werden. Die EHF nennt zusätzlich noch die Möglichkeit, innerhalb von 21 Tagen den European Handball Court of Arbitration anzurufen. Eine Mitteilung über einen weiteren Rechtsbehelf liegt bislang nicht vor.
Wichtig ist die Trennung zwischen Tatsachen und offenem Verfahren: Die Sperre ist von der Berufungsinstanz bestätigt, ein möglicher weiterer Schritt ist lediglich rechtlich vorgesehen. Daraus folgt nicht automatisch, dass Nikolić am 28. Oktober spielen könnte. Für Zagrebs Aufstellung ist deshalb der bestätigte Ausschluss maßgeblich.
Die Partie in Aalborg endete 34:33 für den dänischen Klub. Knorr erzielte nach dem offiziellen Spielbericht sechs Tore bei zwölf Versuchen. Wer seine Rolle im Rückraum genauer einordnen möchte, findet bei Kicksider eine Erklärung der Positionen im Handball. Die Entscheidung ist also nicht nur eine persönliche Sanktion, sondern verändert unmittelbar die personellen Optionen Zagrebs im nächsten europäischen Spiel.
Vom Videobeweis bis zur Berufungsentscheidung
Der Ablauf lässt sich in drei Stufen zusammenfassen: Zunächst folgte im Spiel die direkte Disqualifikation nach der überprüften Szene. Danach verhängte das EHF Court of Handball am 19. Oktober die Sperre. Am 26. Oktober bestätigte das EHF Court of Appeal die erstinstanzliche Entscheidung. Sportliche Tatsachenentscheidung und nachträgliches Disziplinarverfahren sind damit zwei getrennte Ebenen.
Ein unabhängiger Bericht von t-online dokumentierte bereits am 15. Oktober, dass Knorr nach der Szene weiterspielen konnte und kurz darauf einen Treffer vorbereitete. Das ändert nichts an der Bewertung durch die EHF: Entscheidend war nach Darstellung des Verbands die Schwere der Handlung, nicht eine nachgewiesene Verletzungsdauer. Diese Unterscheidung erklärt, warum die Sanktion auch dann Bestand haben kann, wenn der gefoulte Spieler die Partie fortsetzt.
Für Zuschauer ist außerdem relevant, dass eine rote Karte im laufenden Spiel und eine anschließende Sperre unterschiedliche Folgen haben. Die Disqualifikation beendet den Einsatz in der konkreten Partie; das Verbandsgericht entscheidet über zusätzliche Spiele. Grundlagen zu Zeitstrafen, Disqualifikationen und Spielablauf bündelt der Kicksider-Ratgeber zu den Handball-Regeln.
Der aktuelle Stand ist deshalb eindeutig: Die Berufung hat die Zwei-Spiele-Sperre nicht aufgehoben, und Nikolić fehlt Zagreb gegen Celje. Ob der Spieler oder der Klub den Europäischen Handball-Schiedsgerichtshof anrufen, ist eine separate offene Frage und darf nicht als bereits eingeleitet dargestellt werden.
Archivfoto: Juri Knorr im Länderspiel Deutschland gegen Ungarn am 19. Juli 2024. Foto: © Max Petershans / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons); für das Titelbild beschnitten.
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