Emma Aicher fährt in Sölden aufs Podest – Paula Moltzan gewinnt um 0,01 Sekunden
Emma Aicher fährt beim Riesenslalom in Sölden von Platz neun auf Rang drei. Paula Moltzan gewinnt mit 0,01 Sekunden Vorsprung vor Lara Colturi.

Emma Aicher hat beim alpinen Weltcup-Auftakt in Sölden gleich ein starkes Zeichen gesetzt. Die 22-Jährige fuhr im Riesenslalom am Rettenbachferner auf Rang drei und erzielte damit ihr bislang bestes Weltcup-Ergebnis in dieser Disziplin. Den Sieg holte sich die US-Amerikanerin Paula Moltzan in 2:14,82 Minuten – nur eine Hundertstelsekunde vor Lara Colturi. Aicher fehlten 0,52 Sekunden.
Für kicksider.de ist vor allem der Verlauf bemerkenswert: Nach dem ersten Lauf lag die Deutsche noch auf Platz neun. Mit einem entschlossenen zweiten Durchgang schob sie sich sechs Positionen nach vorn. Emma Aicher stand damit erstmals in einem Weltcup-Riesenslalom auf dem Podest – ein Ergebnis, das ihre Entwicklung über die klassischen Speeddisziplinen hinaus unterstreicht.
Aicher nutzt den zweiten Lauf und springt von Platz neun auf Rang drei
Im ersten Durchgang hatte Mikaela Shiffrin die Bestzeit gesetzt. Die Amerikanerin konnte ihren Vorsprung im Finale jedoch nicht verteidigen und wurde mit 0,83 Sekunden Rückstand Siebte. Aicher ging dagegen deutlich offensiver an den zweiten Lauf heran. Die Zwischenstände und das Endergebnis der offiziellen FIS-Ergebnisliste zeigen, wie stark sie sich steigerte.
Der Sprung von Rang neun auf Rang drei ist mehr als eine schöne Momentaufnahme. Aicher hat im Weltcup bereits in Abfahrt, Super-G und Slalom überzeugt. Dass sie nun auch im Riesenslalom ganz vorne landet, erweitert ihre sportlichen Möglichkeiten. Im Gesamtweltcup kann Vielseitigkeit ein Vorteil sein, weil sie Starts in mehreren Disziplinen erlaubt. Aus einem einzigen Rennen lässt sich allerdings noch keine belastbare Prognose für die gesamte Saison ableiten.
Die weiteren deutschen Starterinnen erreichten ebenfalls den zweiten Lauf: Lena Dürr belegte mit 1,97 Sekunden Rückstand Platz 22, Kira Weidle-Winkelmann wurde mit 2,16 Sekunden Rückstand 26. Damit war Aicher die einzige DSV-Fahrerin in den Top Ten.
Moltzan feiert ersten Weltcupsieg – Colturi fehlen 0,01 Sekunden
Für Paula Moltzan war der Erfolg historisch: Mit 32 Jahren gewann sie erstmals ein Weltcuprennen. Nach dem ersten Lauf hatte sie noch auf Platz fünf gelegen. Im Finale setzte sie die entscheidende Marke und rettete einen Vorsprung von exakt 0,01 Sekunden auf Lara Colturi ins Ziel. Die Differenz entspricht der kleinsten im alpinen Weltcup gemessenen Zeiteinheit – enger kann eine reguläre Entscheidung nicht ausfallen.
Moltzans Sieg war zugleich der erste Weltcuperfolg einer Frau auf Skiern der Marke Van Deer. Das ist ein interessanter Ausrüster-Aspekt, ändert aber nichts an der sportlichen Kernaussage: Das Rennen wurde durch einen außergewöhnlich engen Kampf an der Spitze entschieden. Colturi bestätigte mit Rang zwei ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze, während Aicher den deutschen Höhepunkt des Tages setzte.
Was das Sölden-Podest für Emma Aichers Saison bedeutet
Der Auftakt in Sölden ist traditionell ein früher Formtest. Zwischen diesem Rennen und den nächsten großen Saisonblöcken liegen noch Trainingswochen, wechselnde Schneebedingungen und unterschiedliche Hangprofile. Deshalb wäre es verfrüht, Aicher allein wegen dieses Podestplatzes zur Favoritin auf die kleine Kristallkugel zu erklären.
Das Ergebnis liefert dennoch eine klare Aussage: Aicher kann inzwischen auch im Riesenslalom ein Weltklassefeld schlagen. Ihr Rückstand auf Moltzan betrug nur 0,52 Sekunden, obwohl sie nach dem ersten Lauf außerhalb der ersten Fünf lag. Für das deutsche Team ist das besonders wertvoll, weil im Riesenslalom zuletzt nur selten ein Podestplatz gelang.
Wer Startzeiten und Übertragungswege für das Sölden-Wochenende nachlesen möchte, findet bei Kicksider den Serviceartikel zum Ski-Weltcup Sölden 2026 mit TV-Übertragung und Zeitumstellung. Der Frauen-Riesenslalom hat nun auch sportlich einen hochklassigen Auftakt geliefert.
Ergebnis des Frauen-Riesenslaloms in Sölden
- Paula Moltzan (USA) – 2:14,82 Minuten
- Lara Colturi (ALB) – +0,01 Sekunden
- Emma Aicher (GER) – +0,52 Sekunden
- Mikaela Shiffrin (USA) – Rang 7, +0,83 Sekunden
- Lena Dürr (GER) – Rang 22, +1,97 Sekunden
- Kira Weidle-Winkelmann (GER) – Rang 26, +2,16 Sekunden
Die Zahlen beruhen auf dem offiziellen Endergebnis der FIS. Für Aicher ist Rang drei ihr bestes Weltcupresultat im Riesenslalom; für Moltzan markiert der Tag den ersten Sieg ihrer Weltcupkarriere.
Archivfoto: Emma Aicher beim Weltcup-Slalom 2023 in Grandvalira. Das Bild zeigt nicht das heutige Rennen in Sölden. Foto: Tournasol7 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
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