Hadjar nennt Red Bull in Austin „unfahrbar“: Was beim Setup schiefging
Isack Hadjar kämpft in Austin mit überhitzenden Vorderreifen. Warum Platz neun das Red-Bull-Problem im zweiten Training nur unvollständig zeigt.

Red Bull war laut Isack Hadjar im zweiten Training in Austin kaum fahrbar. Der Franzose beendete die Einheit auf Rang neun, doch die Position verdeckt das eigentliche Problem: Nach Änderungen an der Abstimmung überhitzten die Vorderreifen bereits im schnellen ersten Sektor. Wie kicksider.de den Angaben des Fahrers entnimmt, verlor der RB22 dadurch noch während derselben Runde spürbar an Grip.
Hadjar beschrieb das FP2 gegenüber der offiziellen Formel-1-Seite als „Katastrophe“ und das Auto als „unfahrbar“. Auf der Medium-Mischung habe sich der Wagen zunächst ordentlich angefühlt, auf Soft sei er dann „komplett weg“ gewesen. Platz neun ist deshalb weniger beruhigend, als er auf der Ergebnisliste wirkt.
Warum die Vorderreifen das Qualifying gefährden
Auf dem Circuit of the Americas folgen im ersten Abschnitt mehrere schnelle Richtungswechsel. Überhitzen die Vorderreifen dort schon auf der ersten fliegenden Runde, fehlt anschließend Präzision beim Einlenken. Der Fahrer muss Tempo herausnehmen, obwohl der weichere Reifen eigentlich den größten Zeitgewinn liefern sollte. Für das Qualifying ist das kritischer als ein mäßiger Longrun: Eine einzige Runde entscheidet über die Startposition.
Der Vergleich im eigenen Team verschärft den Befund. Hadjar fehlten 0,931 Sekunden auf Max Verstappen, der im zweiten Training Dritter wurde. Der Abstand zeigt keinen pauschalen Mangel des Red Bull, sondern spricht für ein problematisches Setup-Fenster an Hadjars Auto. Eine unabhängige Einordnung von Speedweek bestätigt die Schwierigkeiten nach den Änderungen.
Was Red Bull jetzt korrigieren muss
Die naheliegende Aufgabe ist kein radikaler Umbau, sondern ein kontrollierter Schritt zurück: Frontflügel, mechanische Balance und Reifendruck müssen so zusammenpassen, dass die Vorderachse in den Esses nicht schon vor dem letzten Sektor abbaut. Ein Setup-Rückbau wäre deshalb wichtiger als die Jagd nach zusätzlichem Spitzen-Grip. Hadjar braucht ein berechenbares Auto, bevor Red Bull die letzte Zehntelsekunde sucht.
Als Kontext passt der Blick auf die Teamseite: Verstappen warnte in Austin bereits vor vorschnellen Red-Bull-Schlüssen. Hadjars Training liefert nun ein konkretes Beispiel dafür, wie schmal das Arbeitsfenster des Autos sein kann. Der neunte Platz ist nicht das Urteil über das Wochenende, wohl aber ein klarer Arbeitsauftrag vor der nächsten entscheidenden Session.
Foto (Archiv, Bahrain-Grand-Prix 2026): Liauzh / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Das Bild zeigt Hadjar nicht beim aktuellen Training in Austin.
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