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Fußball

Gladbach gewinnt 3:2 in Stuttgart: Mohya führt die Fohlen zu den ersten Punkten

Borussia Mönchengladbach gewinnt 3:2 beim VfB Stuttgart. Wael Mohya prägt mit Tor und Vorlage den ersten Saisonsieg der Fohlen.

Mannschaft von Borussia Mönchengladbach in der Saison 2026/27
Archivfoto: Borussia Mönchengladbachs Mannschaft der Saison 2026/27 am 14. Oktober 2026. Foto: Mozamaniac / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Borussia Mönchengladbach hat seine historische Niederlagenserie gestoppt. Die Fohlen gewannen am Freitagabend beim VfB Stuttgart mit 3:2 (1:1) und holten nach sechs Niederlagen zum Saisonstart die ersten drei Punkte. Joe Scally, Shuto Machino und Wael Mohya drehten die frühe Stuttgarter Führung durch Ermedin Demirović. Der VfB-Stürmer verkürzte in der Schlussphase mit seinem zweiten Treffer, doch Gladbach brachte den knappen Vorsprung über die Zeit.

Wie kicksider.de bereits in der Vorschau zu den Ausfällen und Aufstellungen eingeordnet hatte, reiste Borussia mit einer zweistelligen Ausfallliste an. Dass gerade diese Notelf nach einem frühen Rückstand zurückkam, macht den Erfolg sportlich bemerkenswert. Der offizielle Bundesliga-Liveticker bestätigte um 22:25 Uhr das 3:2 und das Spielende; der Livebericht von Sky Sport diente als unabhängige Gegenprüfung.

Demirović trifft früh, doch Gladbach verändert das Spiel

Stuttgart begann druckvoll und nutzte die erste klare Gelegenheit. In der fünften Minute zog Demirović aus rund 25 Metern ab und traf zum 1:0. Für Gladbach war es zunächst das bekannte Bild: früher Rückstand, wenig Ruhe am Ball, dazu eine improvisierte Defensive. Trainer Alexander Blessin musste unter anderem ohne Tim Kleindienst, Ko Itakura und Kevin Diks auskommen; Mittelfeldspieler Philipp Sander rückte deshalb in die Dreierkette.

Der entscheidende Unterschied zu den ersten sechs Spieltagen war die Reaktion. Gladbach blieb nach dem 0:1 handlungsfähig und gewann ab der Mitte der ersten Hälfte mehr zweite Bälle. Scally glich in der 38. Minute spektakulär mit der Hacke aus. Vor der Pause hatte die Borussia sogar Chancen auf die Führung: Florian Neuhaus zwang Dennis Seimen zu einer Parade, Mohya traf die Latte.

Damit verschob sich auch die Statik der Partie. Stuttgart hatte nach der Führung zunächst kontrolliert, ließ sich dann aber immer häufiger in Rückwärtsbewegungen zwingen. Die letzten acht Abschlüsse vor der Pause kamen laut Bundesliga-Ticker von Gladbach. Das 1:1 zur Halbzeit war deshalb mehr als ein glücklicher Zwischenstand.

Mohya prägt die Wende mit Vorlage und Tor

Nach dem Seitenwechsel setzte Gladbach seine mutige Phase fort. In der 51. Minute arbeitete sich Mohya auf der linken Seite gegen mehrere Gegenspieler durch und legte auf Machino zurück. Der Japaner schloss aus knapp zehn Metern zum 2:1 ab. Mohya war damit nicht nur der auffälligste Dribbler, sondern der Auslöser der Wende.

Die Vorentscheidung fiel in der 66. Minute. Scally brachte den Ball nach einer unübersichtlichen Szene noch einmal an den zweiten Pfosten, wo Mohya zum 3:1 einköpfte. Nach Angaben des offiziellen Tickers lag die Torwahrscheinlichkeit dieser Chance bei 98 Prozent; wichtiger als die Zahl war jedoch die Entstehung: Gladbach blieb nach dem ersten abgewehrten Versuch aktiv und besetzte beide Pfosten konsequent.

Scally und Mohya sammelten jeweils ein Tor und eine Vorlage. Diese doppelte Produktion von den Außenpositionen erklärt, weshalb die Gäste trotz fehlender Stammkräfte genügend Durchschlagskraft entwickelten. Besonders auf der linken Gladbacher Seite bekam Stuttgart die Läufe und engen Kombinationen nach der Pause nicht mehr kontrolliert.

Warum das 3:2 mehr ist als nur der erste Saisonsieg

Stuttgart reagierte in der 55. Minute mit einem Dreifachwechsel und brachte unter anderem Deniz Undav und Jamie Leweling. Lange blieb die Schlussoffensive jedoch ohne klare Abschlüsse. Erst in der 83. Minute köpfte Demirović eine Leweling-Flanke zum 2:3 ein. Moritz Nicolas verhinderte danach mit einer starken Parade gegen einen flachen Abschluss den Ausgleich.

Für Gladbach sind es die ersten Punkte nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Eine siebte Niederlage hätte zudem einen ligaweiten Negativrekord bedeutet: Noch nie hatte ein Bundesliga-Klub seine ersten sieben Saisonspiele verloren. Der Sieg beendet dieses Szenario, löst aber nicht automatisch alle Probleme. Die Borussia kassierte auch in Stuttgart zwei Gegentore und bleibt defensiv anfällig.

Der praktische Wert des Erfolgs liegt vor allem in der neuen Handlungsoption. Blessin kann künftig auf eine Formation verweisen, die trotz personeller Engpässe nach Rückstand nicht zerfiel. Sander half in der Dreierkette, Scally gab der rechten Seite Tiefe, und Mohya zeigte, dass er zwischen Linie und Halbraum Spiele verändern kann. Die Notbesetzung wurde damit kurzfristig zu einer funktionierenden Rollenverteilung.

Für den VfB ist die Niederlage dagegen ein Warnsignal. Sechs Änderungen nach dem Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid waren nachvollziehbar, doch die Mannschaft verlor nach gutem Beginn die Kontrolle. Demirovićs Doppelpack verdeckt nicht, dass Stuttgart zwischen der 30. und der 70. Minute zu wenig Zugriff auf Gladbachs Ballträger hatte. Mehr Hintergründe zum vorangegangenen Borussia-Spiel bietet auch die Analyse zum 2:1 im Rheinderby gegen Köln.

Archivfoto: Borussia Mönchengladbachs Mannschaft der Saison 2026/27 am 14. Oktober 2026. Foto: Mozamaniac / Wikimedia Commons, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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