Medwedew in Peking disqualifiziert: Warum Djokovic ohne Matchball ins Finale einzieht
Daniil Medwedew wurde im Peking-Halbfinale gegen Novak Djokovic disqualifiziert. Warum das Match bei 7:5, 5:3 endete und was nun folgt.

Daniil Medwedew ist im Halbfinale des ATP-Turniers von Peking disqualifiziert worden. Novak Djokovic erreichte dadurch das Endspiel, obwohl der Serbe keinen Matchball verwandelt hatte.
Wie kicksider.de unter Berufung auf den Reuters-Bericht aus Peking berichtet, führte Djokovic am Montag mit 7:5 und 5:3. Nach einem verlorenen Punkt schlug Medwedew einen zurückspringenden Ball in Richtung Zuschauerraum; der Ball traf einen Zuschauer im Gesichtsbereich. Der Besucher wurde anschließend von Mitarbeitern aus dem Zuschauerbereich begleitet.
Der bestätigte Spielstand ist deshalb kein gewöhnliches Endergebnis. Das Match wurde nicht ausgespielt, sondern durch die Disqualifikation beendet. Die dpa-Meldung bei WELT bestätigt sowohl den Zwischenstand als auch Djokovics Einzug ins Finale.
Warum das Match bei 7:5, 5:3 sofort endete
Eine Disqualifikation beendet ein Tennismatch unmittelbar. Anders als bei einer Aufgabe wegen Verletzung oder einem regulär gewonnenen letzten Punkt entscheidet in diesem Fall eine Verhaltensentscheidung über den Ausgang. Das offizielle ATP-Regelwerk führt den Verhaltenskodex in Abschnitt VIII und sieht für besonders schwere Verstöße eine sofortige Beendigung vor.
Für die Einordnung ist wichtig, nicht über Medwedews Absicht zu spekulieren. Djokovic erklärte nach dem Match sinngemäß, er gehe nicht von einem absichtlichen Treffer aus und könne Medwedews Lage wegen seiner eigenen Disqualifikation bei den US Open 2020 nachvollziehen. Die Sicherheitsfolge blieb dennoch dieselbe: Der Schiedsrichter beendete die Partie.
Der Vorfall zeigt auch den Unterschied zwischen Frustreaktion und sportlichem Punktverlust. Eine verwarnungswürdige Aktion kann je nach Schwere mit einer stufenweisen Strafe beantwortet werden; trifft ein unkontrolliert geschlagener Ball jedoch eine Person, kann der Offizielle die Situation als so gravierend bewerten, dass das Match nicht fortgesetzt wird. Die genaue weitere Sanktionierung war am Montagnachmittag noch nicht veröffentlicht.
Was die Disqualifikation für das Peking-Finale bedeutet
Djokovic trifft im Endspiel am Dienstag auf Alex de Minaur. Der Australier war bereits im ersten Halbfinale weitergekommen, nachdem Hubert Hurkacz beim Stand von 6:4 und 3:2 aus Sicht de Minaurs verletzt aufgegeben hatte. Damit endeten beide Halbfinals vorzeitig, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.
Für Djokovic ist es der 33. Sieg in Peking bei weiterhin makelloser Turnierbilanz. Der 39-Jährige spielt laut Reuters um seinen 102. Titel auf der ATP Tour; gegen de Minaur führt er im direkten Vergleich mit 3:1. Die Disqualifikation ersetzt jedoch keinen sportlich ausgespielten zweiten Satz – sie legt lediglich fest, wer nach dem Regelverstoß als Sieger weiterzieht.
Wer die Besonderheiten der Tenniswertung besser einordnen möchte, findet in der Tennis-Rubrik von Kicksider weitere Erklärstücke, darunter den Überblick dazu, wann und wie ein Tiebreak entscheidet.
Gesichert sind der Abbruchstand, die Disqualifikation und das Finale Djokovic gegen de Minaur. Über zusätzliche Geld- oder Punktstrafen sollte erst berichtet werden, wenn ATP oder Turnierleitung diese offiziell bestätigen.
Bleiben Sie bei den wichtigsten Sportnachrichten aus Deutschland und der Welt immer auf dem Laufenden. Lesen Sie täglich das unabhängige Sportmedium kicksider.de und verpassen Sie keine aktuellen Meldungen, Ergebnisse, Hintergründe und Entwicklungen aus der Welt des Sports.
Etwas stimmt nicht? Melde uns eine Korrektur.